Warum die Indianer Federn tragen.
Eine Geschichte vom Adler.

Vor langer Zeit lebten die roten Völker in einem Land voller Seen und fruchtbarer Wälder. Es gab überall Wild und die Seen waren voller Fische. Die Menschen waren stark und das Leben war gut zu ihnen. Nach einem harten Winter begann es unaufhörlich an zu regnen. Die Flüsse und Seen begannen überzulaufen und das Wasser stieg unaufhaltsam. Es überflutete alles Land und die Menschen flohen in die Berge und auf die Gebirgskämme. Gewaltige Stürme peitschten das Wasser auf und beinahe alle Menschen starben. Nur eine Frau hatte es geschafft sich auf die Spitze eines Berges zu retten. Sie war die letzte ihres Volkes. 
Die Frau hungerte und fror, und ihr trauriges Wehklagen erhob sich weit über das Land.
Dies hörte ein großer gefleckter Adler und er flog zu der Frau. Er hatte Mitgefühl mit ihr und brachte ihr von nun an Nahrung und Feuerholz. Sie freundeten sich an. Die Frau schöpfte wieder Hoffnung, weil sie nun nicht mehr alleine war. Jeden Tag kam er nun zu ihr, sie redeten und von Tag zu Tag vertrauten sie sich mehr. Aber er spürte auch ihre tiefe Trauer, denn nach ihrem Tod würde ihr Volk vergangen sein. Er wollte ihr unbedingt helfen, weil er eine immer größere Liebe zu ihr spürte. Er flog zum großen Geist und fragte was er tun könne. Der Große Geist sprach zu ihm, „wenn Du wirklich bereit bist ihr zu helfen, dann musst Du alles aufgeben was Du bist. Du bist dem Himmel am nächsten, hast den größten Weitblick. Du wirst ein Mensch sein und niemals mehr Das sein was Du gerade bist.“ Die Liebe zu der Frau war so groß, dass der Adler bereit dazu war. Am nächsten Morgen stand auf dem Berg nicht mehr der gefleckte Adler, sondern ein junger kräftiger Mann. Die Frau war überglücklich und fiel ihm in die Arme. Sie gingen fort von dem Berg und ließen sich am Fuße des Berges nieder. Sie bekamen viele Kinder und gründeten eine neue Rasse von Zweibeinern. Deshalb sind die Federn des gefleckten Adlers für alle Indianer heilig. Nur die, die für ihr Volk etwas besonderes getan haben sollten sie tragen.
Diese Geschichte zeigt auf besondere Weise was geschieht, wenn wir bereit sind loszulassen. Was entstehen kann, wenn wir bereit sind alles was wir sind hinter uns zu lassen.


Eine Geschichte des Lebens.

Vor kurzem habe ich eine wunderbare Geschichte gelesen. Die so viel über das Leben aussagt, welches wir gerade leben. Deshalb möchte ich sie Euch gerne wiedergeben.

Es war einmal ein Gärtner mit seiner Frau. Der hatte vor seinem Fenster ein leeres Stück Wiese. Er sagte eines Tages zu seiner Frau, lass uns hier einen Baum pflanzen, es ist so leer vor unserem Haus. Die Frau stimmte ihm zu und sagte: „Das ist eine gute Idee.“

Der Gärtner grub ein Loch aus und pflanzte einen Baum. Er hegte und pflegte ihn an jedem Tag. Der Baum war glücklich an so einem wunderbaren Ort zu stehen, war glücklich über all die Liebe und Aufmerksamkeit die er bekam. Er gab sich viel Mühe zu wachsen um dem Gärtner und seiner Frau zu gefallen. Nach einer Weile stellte der Baum fest, das im Süden die Sonne am wärmsten und schönsten am Himmel stand. Er begann seine Arme danach auszustrecken und wuchs mit all seinen Ästen in Richtung Süden. Als der Gärtner das sah, sagte er zu seiner Frau: „Was für ein undankbarer Baum. Er wächst einfach nur in eine Richtung, ist das der Dank, dass ich ihn so gut gepflegt habe?“

Seine Frau gab ihm recht und sagte: „Du hast so recht. Was für ein undankbarer Baum.“

Der Gärtner nahm seine Schere und schnitt alle Äste ab, die nach Süden gewachsen waren. Der Baum weinte und war traurig, verstand nicht warum sie ihm das angetan hatten. Sie waren doch immer so liebevoll zu ihm gewesen. Der Baum dachte: „Gut, dann wachse ich ab jetzt nur noch nach oben. Dann werden sie stolz auf mich sein.“ Der Baum wuchs nun nach oben mit all seiner Kraft.

Als der Gärtner das sah, sagte er zu seiner Frau: „Sieh nur diesen undankbaren Baum. Ich habe ihn immer so gut gepflegt. Jetzt wächst er nur noch nach oben, anstatt gleichmäßig in alle Richtungen.“ Seine Frau sagte: „Da hast Du recht. So ein undankbarer Baum.“

Der Gärtner nahm seine Schere und schnitt alle Äste ab, die in den Himmel wuchsen. Der Baum war sehr traurig und weinte von ganzem Herzen. Er wollte die beiden glücklich machen und zeigen wie gut und stark er nach oben wachsen konnte. Und sie bestraften ihn dafür. Der Baum war unendlich traurig und wuchs ab jetzt nur noch in die Breite. Nicht mehr nach oben, nicht mehr nach Süden. Er wurde immer breiter und breiter.

Als der Gärtner das sah, sagte er zu seiner Frau: „Jetzt sieh dir diesen undankbaren Baum an. Er wächst jetzt nur noch in die Breite. Ist das der Dank das ich ihn gepflanzt habe?“ Seine Frau nickte und sagte: „Das ist wirklich ein undankbarer Baum.“ Der Gärtner nahm wieder die Schere und schnitt alle Äste rundherum ab.

Der Baum war nun am Boden zerstört, voller Trauer und Trostlosigkeit. Alle Lust zu wachsen war ihm vergangen. Eines Tages kam das Enkelkind des Gärtners auf Besuch. Als es den Baum sah sagte es: „Der Baum sieht so unendlich traurig aus.“

Diese Geschichte zeigt auf wunderbare Weise was wir so oft in unserem Leben tun. Ob es die Erziehung unserer Kinder ist, eine Beziehung zum Partner oder Freunden. Wir versuchen die Menschen, die wir „scheinbar“ lieben zu kontrollieren und zu formen. Es ist nur liebenswert, wenn es so ist, wie wir es wollen. Wir haben das Gefühl dafür verloren, die Wesen um uns herum, so sein zu lassen wie sie sind.
Wir fordern ewige Dankbarkeit ein, für Dinge, die wir einmal für andere getan haben. Wir verurteilen sie, weil sie in eine andere Richtung wachsen, die wir nicht verstehen. Das lehnen wir dann ab und nehmen die symbolische Schere in die Hand um es zu bereinigen.
Wir versuchen kaum mehr den anderen zu verstehen, weil er so anders ist. Können nicht mehr nachvollziehen, dass er mit dem was er tut, glücklich ist.
Wir werden durch die Eltern oder die Gesellschaft, in der wir groß werden, so konditioniert wie es scheinbar richtig ist. Jeder hat seine Gründe und Sichtweisen warum er tut was er tut. Warum er anders ist, andere Dinge macht als unsere Vorstellungen zu bedienen. Das sollten wir einfach respektieren, es so lassen wie es ist. Sonst erzeugen wir nur Wut, Verzweiflung und Hass.
Die Frau in der Geschichte hat auch jeden Willen verloren die Dinge mit eigenen Augen zu betrachten. Folgt blind den Gedanken ihres Mannes. Das Kind sieht den Baum das erste Mal und sieht sofort was mit ihm los ist, weil es noch mit Kinderaugen sehen kann. Die Augen die noch nicht vernebelt sind von all den Vorstellungen und Geboten um uns herum. Wir sollten den Vorhang beiseiteschieben und unser Kind die Welt wieder betrachten lassen. Dann fällt es leichter zu sagen: „Ich lasse alles so wie es ist, weil es genauso richtig ist.“

Was wir von den Bäumen 
lernen können.

Wenn wir auf der Suche sind nach Ruhe und Gelassenheit im Leben, sollten wir uns den Bäumen zuwenden. Sie zeigen uns die Antwort so klar wie Sie nur sein kann.

Wir sind extrem erfinderisch, wenn es darum geht, uns Nischen zu suchen in denen wir Abschalten können. Von all den Lärm, der Unruhe und der Hektik unserer Zeit. Wir buchen Massagen und Wellness Wochenenden. Buchen Urlaub an den stillsten Orten der Welt. Gehen in ein Kloster fern von der Welt um dort Stille zu finden. Um dann wieder zurückzukehren in unsere Energieraubende Umgebung. Um den Zustand der Stille, den wir vielleicht erfahren haben, wieder zu verlieren.

Die größte Meisterschaft ist es aber an den Ort an dem wir Leben unsere innere Stille wiederzufinden. Wenn wir Irgendwo an einen einsamen Ort verweilen ist es leicht sich runterzufahren zu entspannen. Aber wir wollen diesen Zustand ja gerne behalten.

Was haben nun die Bäume mit dieser Situation zu tun? Schauen wir uns die Bäume an die an unseren Hauptstraßen wachsen. Sie spüren und fühlen, jeden Tag, all den Lärm den Schmutz und die Unruhe in seiner reinsten Form. Autos, Busse, Bahnen, genervte und hektische Menschen die mit Ihrer negativen Energie den Raum um uns füttern.

Den Bäumen ist das aber egal. Sie tun das was Ihr Lebensziel ist, Sie Wachsen. Sie wenden Ihre Energie den wichtigen Dingen zu. Ihnen ist es egal ob wir unter Ihnen schreien, singen oder anderen Lärm machen. Sie bleiben mit Ihrer Energie bei sich, im hier und jetzt. Kein Baum würde auf die Idee kommen sein Wachstum zu unterbrechen. Weil das Wetter schlecht ist, sich Menschen streiten, es zu hell oder zu Dunkel ist, zu warm oder zu kalt ist, viele Autos unglaublichen Dreck machen, die Musik zu laut ist und so weiter und so weiter. Dann wären die Bäume alle klein und unscheinbar und schwach.

Im Gegensatz zu den Bäumen tun wir genau das. Wir wenden uns allem und jeden zu, aber nicht unserem Wachstum. Sobald etwas in unserem Umfeld passiert, hören wir auf zu wachsen und wenden uns etwas anderen zu. Wenn das Problem erledigt scheint wachsen wir wieder ein Stück. Dann ist Irgendwo Streit oder Lärm und unser Fokus wendet sich wieder weg von uns. Wir werden Krank und sehen das nicht als Chance, uns zu erneuern oder in eine andere Richtung zu wachsen.

Ein Baum tut das was am wichtigsten für Ihn ist, er wächst und entwickelt sich in jeder Umgebung in jeden Lebensraum. Bäume zeigen uns so viel, sind großartige Lehrer. Wir müssen einfach nur anfangen hinzuschauen.


Auf dem Weg der Täuschung.


Die Vogelscheuche wird in der greifbaren Welt auf Feldern aufgestellt. Eine Puppe aus Holz, Stoff und Stroh die Vögel davon abhalten soll, sich an den fruchtbaren Feldern zu nähren. In Bezug auf die spirituelle Welt hat sie aber eine ganz andere Bedeutung. Sie steht in gewisser Art und Weise für eine Täuschung, sie steht dafür eine Grenze zu setzen. Eine Grenze die wir bewusst aufbauen, zwischen unseren fruchtbaren Gedanken, Wünschen und Bedürfnissen und allem Neuen. Wir nehmen die Rolle der Vogelscheuche ein, damit das Neue, die Veränderung, nicht zu uns kommt. Damit unser ICH getrennt bleiben kann. Wir werden zu der grimmigen Scheuche die alles von uns fernhält. Wir nehmen selbst die Rolle der Puppe ein um die Welt zu täuschen, damit niemand sieht wer wir wirklich sind. Wir bauen unsere Scheuche aus Teilnahmslosigkeit, Angst und Starre zusammen. Die Vögel stehen für das was aus allen Richtungen kommt. Sie stehen für die neuen Erfahrungen, die Freiheit der unvoreingenommenen Gedanken und das verbunden sein. Aber allzu gerne verschließen wir uns dem, aus Angst vor der Veränderung. Niemand soll etwas von unserer persönlichen Welt erfahren oder erhalten und wir wollen auch Nichts nach außen geben. Nach einer gewissen Zeit merken die Vögel, dass die Scheuche nur eine leere und leblose Hülle ist, egal wir grimmig wir sie gestalten. Und das Neue kommt zu uns, ob wir wollen oder nicht.  Wir können uns nicht dagegen wehren - weil wir die Scheuche sind - eine leblose unbewegliche Hülle. Wir müssen uns entscheiden. Wollen wir nur wahrnehmen, der erstarrte Zuschauer bleiben und zusehen wie unsere Lebenskraft allmählich schwindet. Oder wollen wir die Hülle abwerfen, es annehmen und uns mit dem Neuen und Lebendigen verbinden.